Wettbewerb – Die neue Chamanna da Boval

Die neue Chamanna da Boval

Attribute: klar – eigenständig – stark – einfach – schützend – prägnant – geometrisch

Die aussergewöhnliche naturräumliche Lage mit dominanter, karger und rauher Umgebung bestimmt die bauliche Form der neuen Hütte: ein archetypisch kräftiger, charakterstarker und vertrauenerweckend einladender Rückzugsort Das Gebäude erscheint eigenständig und warm, nahbar, und wird gerade dadurch zum integralen Bestandteil der umgebenden kargen Landschaft. Der Blick auf Gletscher und Zusammenfluss wird akzentuiert, der Bau wirkt als exponiertes «Landmark», prägend für das optische Miteinander von Natur und menschlichem Wirken vor der grossartigen Kulisse. Der ein Maximum an Sicherheit gewährende Bauperimeter, gepaart mit der den Witterungsverhältnissen angepassten Zugangssituation und der Nutzung aller noch sinnvoll zu erhaltender Bestandselemente der alten Überbauung schaffen die Basis für ein dauerhaftes, sicheres und integrales Projekt, welches die Standortbedingungen optimal nutzt und weiterentwickelt. Die einfache, archetypische äussere Form setzt sich in der inneren Zonierung fort: klar gegliederte, orthogonale und effiziente Raumstrukturen und- Zusammenhänge bilden die Grundlage für zukünftige optimale Nutzbarkeit und die Fokussierung auf das Wesentliche: das Erleben der umgebenden Bergwelt, allein oder in Gesellschaft, aber immer mit einem Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Die einfache modulare Gliederung des auf einem Massivsockel stehenden Holzständerbaus ermöglicht sowohl eine (kosten-) effiziente Bauweise aus Fertigteilen, aber auch einfach vorzunehmende spätere Anpassungen der Ausbaustruktur. Steil geneigte Dachflächen schaffen die Basis für eine optimierte ganzjährige Nutzung der PV- und Kollektoranlage, grossflächige Rinnenkästen schützen die Fassade und ermöglichen eine optimale Nutzung des Niederschlagswassers durch Ableitung in einen Regenwassertank im Sockel des Bestandsgebäudes. PV-gespeiste Batteriespeicher, in Verbindung mit einer Luft-/Wasser-Wärmepumpe für Brauchwasser /Flächenheizung optimieren die energetische Autarkie des Gebäudes, der zentral gelegene Kachelofen kann im Bedarfsfall ebenfalls zur Erwärmung genutzt werden. Zusammen mit dauerhaften, witterungsresistenten Aussenmaterialien und ökologisch sinnvollem Einsatz nachwachsender oder recyclierter/ recyclierbarer Baustoffe wird eine nachhaltige und der Bauaufgabe angepasste auch finanziell modeste Konstruktion ermöglicht, die im Optimalfall auch die jährlichen Nutzungsperioden der Hütte verlängert. Somit ist nach den erforderlichen Erstinvestitionen mit, relativ gesehen, geringen Unterhaltskosten zu rechnen: Die sehr grosszügigen Terrassen unter Nutzung des Bestandes ermöglichen die Bewirtung auch zahlreicher Tagesgäste, angenehm separierte Rückzugsorte für das Personal sorgen für dauerhafte Zufriedenheit der ständigen Bewohner auch in „Hochzeiten“ und somit hoffentlich für geringe Fluktuation, ein den aktuellen Anforderungen von Wanderern angepasster Komfortlevel erhöht die saisonale Auslastung. Viele im Alltagsbetrieb und witterungsbedingt anfallende Reparaturen können aufgrund der einfachen eingesetzten Baumaterialen selbst repariert werden, was ebenfalls zu einem günstigen Verhältnis der laufenden Einnahmen/ Ausgaben beiträgt.

 

Ort: Transformation Boval, SAC Sektion Berina

Planung und Ausführung: 2024

Bauherrschaft: Schweizer Alpen-Club SAC